Halbgötter in Schwarz und Weiss
Rückblick auf einen Medizinskandal, der zum Justizskandal wurde
Die für ihren kämpferischen Einsatz bekannte Patientenschützerin Margrit Kessler erfährt, dass am Kantonsspital St.Gallen ein Chefchirurg mit hochgiftigen Substanzen operiert. Steckt hinter dem Vorgehen ein System – ein verstecktes, illegales Forschungsprojekt ? Offensichtlich bewegt sich der Chefchirurg in einer Grauzone. Bleiben Rechte und Würde der Patienten gewahrt ? Diese Fragen beschäftigen Margrit Kessler – umso mehr, als eine der Patientinnen stirbt.
Margrit Kessler gelangt an die politischen Behörden. Auch ein Journalist bekommt Wind von der Sache und informiert die Öffentlichkeit. Der Chefarzt zeigt sich bei der Strafbehörde selber an. Kessler sagt als Zeugin aus. Dann nimmt der Fall eine groteske Wendung: Während das Gericht dem hoch angesehenen Chefarzt ein Vergehen nicht nachweisen kann, sieht sich Margrit Kessler selbst einem Straf- und Zivilverfahren ausgesetzt, soll ihr der Prozess gemacht werden. Ihr drohen hohe Geldstrafen und Redeverbote.
Was folgt, ist ein fast zehnjähriger Rechtsstreit durch alle Instanzen, geprägt von sich widersprechenden Gutachten, Wortklaubereien und einer zunehmenden Personalisierung. Kessler sieht das richterliche Ermessen einseitig zu ihren Ungunsten ausgelegt, die Gegenseite argumentiert, die Patientenschützerin schiebe die Patienteninteressen nur vor, um einen persönlichen Rachefeldzug gegen den Chefarzt zu führen. So schliessen sich die Reihen, die Halbgötter in Schwarz haben sich auf die Seite der Halbgötter in Weiss geschlagen.
Halbgötter in Schwarz und Weiss ist weniger der Versuch, die letzte «Wahrheit » in komplizierte medizinische Zusammenhänge zu bringen, als vielmehr ein kleines Lehrstück über die Mechanismen der Rechtsprechung. Es ist eine Geschichte um Hierarchien und Seilschaften, um Autorität, Ermessen und die subjektive Dimension dessen, was « Recht » ist. Margrit Kessler rollt die Geschichte ihres Kampfes um Transparenz und Gerechtigkeit aus ihrer Sicht auf und stützt sich dabei auch auf die Originaldokumente aus den langjährigen Prozessen.
ca. 250 Seiten, CHF 34.–, Erscheint Ende 2009
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Edition Xanthippe
ISBN 978-3-905795-09-7
Margrit Kessler, geboren 1948 in Luzern, ist gelernte Pflegefachfrau für Intensivpflege und Reanimation. Sie arbeitete über 30 Jahre in Teilzeit als Pflegefachfrau vor allem auf der chirurgischen Intensivstation des Kantonsspitals St.Gallen, einige Jahre im Spital Neumünster Zollikerberg. Zusammen mit ihrem Ehemann nahm sie während des Vietnam-Kriegs als Krankenschwester an einem SRK-Einsatz im Kriegsgebiet Laos teil. Sie ist seit 1996 als Beraterin für die Schweizerische Patientenschutzorganisation (SPO) tätig. Seit 1999 ist sie SPO-Präsidentin. Sie ist verheiratet mit dem Chirurgen Wolfgang Kessler und hat vier erwachsene Söhne.
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v. 2.1 b7.1