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Montag, 17. August 2015

Carte blanche: Entscheidungsfindungen in der Arzt-Patienten-Beziehung

Autor: Dr. Peter Diego Hartmann, Facharzt Gynäkologie und Geburtshilfe FMH | Kategorien: Aktuell, Carte blanche, Kolumnen, Publikationen, SPO Ratgeber

Die Beziehung zwischen Arzt und Patient hat sich in den letzten 50 Jahren sehr verändert. Bis in die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts galt das Paternalistische Modell: Der Arzt definierte Kraft seines Wissensvorsprungs die aus seiner Sicht für den Patienten beste Behandlungsstrategie. Der Patient wurde diesbezüglich als unmündig betrachtet. Der Patient konnte allenfalls seine Zustimmung geben. Z. Z der Massen- und Notfallmedizin, wo ein Arzt viele Tausend Patienten versorgen musste mit siebzig und mehr Konsultationen täglich, was es das einzige mögliche Modell.

Mit dem Aufkommen der psychosomatischen Medizin in den 60er-Jahren und der Zunahme der Ärztedichte fand das sog. Interpretative Modell Eingang. Auch hier bestimmt der Arzt die Behandlung, aber er erfragt vorher die Werte seines Patienten und richtet seine Entscheidungen danach.

Eine Weiterentwicklung seit den 80er-Jahren ist das heute propagierte Shared Decision Making-Modell SDM (Partizipative Entscheidungsfindung PEF). Hier ist der Patient Partner. Der Arzt informiert über verschiedene Behandlungskonzepte. Arzt und Patient entscheiden dann gemeinsam.

Das SDM-Modell ist für den Arzt viel anspruchsvoller. Einerseits fachlich, denn er muss über mehrere Behandlungsmöglichkeiten Bescheid wissen und diese auch einzeln werten können. Auch die zeitliche Beanspruchung ist ungleich höher und wird im heutigen Tarifsystem nicht entsprechend abgebildet, d. h. viel zu wenig honoriert. Und schliesslich wird vom Arzt eine hohe Kommunkationsfähigkeit verlangt, um die Behandlungsvarianten patientengerecht formulieren zu können. Aus diesen Gründen wird das SDM-Modell nicht überall Anwendung finden. Besonders in Notfallsituationen, wo alles rasch gehen muss, ist es schwierig anzuwenden. Am besten Fuss gefasst hat die partizipative Entscheidung bei Krebserkrankungen und bei plastisch chirurgischen Operationen. Ebenfalls leicht anwendbar ist es bei der Frage nach dem Sinn von antibiotischen Behandlungen und bei der Frage, wie weit diagnostische Abklärungen getrieben werden sollen.

Noch bevor das Modell der partizipativen Entscheidung in der Medizin richtig Fuss gefasst hat, geht die Entwicklung schon wieder weiter zum sog. Informed Decision-Modell. Vorreiter ist hier die Telemedizin, die auch von Krankenkassen angeboten wird. Auch das Internet fördert diese Entwicklung. Hier ist der Arzt nur noch der technische Experte. Er vermittelt Wissen, aber nicht seine eigene Haltung. Die Entscheidungen liegen ganz beim Patienten. Der Dialog zwischen Arzt und Patient wird ersetzt durch den Austausch technischer Informationen.

Idealerweise kann sich ein Arzt in allen vier Modellen zur Entscheidungsfindung bewegen und so seinem Patienten am besten gerecht werden.



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Dienstag, 26. Februar 2019

Kolumne «Die Patientenfrage»: Habe ich Anspruch auf meine Krankengeschichte?

Autor: Barbara Züst | Kategorien: «Die Patientenfrage», Aktuell, Kolumnen, Publikationen, SPO Ratgeber

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet «Ja». Die «Geschichte» über Ihre Krankheit gehört Ihnen. Aber worauf genau hat als Patient/in Anspruch, und in welcher Form? Muss man dafür etwas zahlen? Antworten auf diese Frage gibt es in der aktuellen, ersten Folge der Kolumne «Die Patientenfrage» im Magazin «natürlich». Seit Anfang 2019 erscheint im Magazin «natürlich» die […] weiter …

Samstag, 6. Mai 2017

Personalisierte Medizin – aber welche?

Autor: Dr. med. Brida von Castelberg, Vizepräsidentin SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell, Carte blanche, Kolumnen, Publikationen

Song Li wiegt 42 Kilogramm und ernährt sich noch immer, wie in ihrer Heimat üblich, von Gemüse und Reis. Ihre vier Monate alte Tochter trägt sie bei der Arbeit auf dem Rücken und müde fühlt sie sich abends nicht. John ist 198 Zentimeter gross und hat, seit er nicht mehr Handball spielt, stattliche 20 Kilogramm […] weiter …

Montag, 26. Oktober 2015

Das Medizinalberufegesetz stärkt den Patientenschutz

Autor: Prof. Thomas Weibel, Nationalrat und dipl. Ing. ETH / SIA | Kategorien: Aktuell, Kolumnen

 Während meiner bald achtjährigen Tätigkeit in der nationalen Gesundheitspolitikstellte ich wiederholt fest, dass die Politik mit der Durchsetzung der Anliegen des Patientenschutzes Mühe bekundet. Immerhin war es möglich, einige Verbesserungen in den Gesetzen zu verankern. Repräsentativ dafür ist die Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG). Mit dem revidierten Medizinalberufegesetz werden nicht nur die medizinische Grundversorgung und die […] weiter …

Freitag, 20. Februar 2015

Kolumne: Glück! Was denn sonst? – Gesund! Was denn sonst?

Autor: Annina Hess-Cabalzar, MA, Präsidentin Gönnerverein SPO | Kategorien: Kolumnen

«Was mache ich falsch», fragen sich viele Menschen in der heutigen Zeit, «dass ich nicht immer glücklich bin? Was mache ich falsch, dass mich manchmal Sorgen belasten? Was mache ich falsch, dass ich auch immer wieder mal scheitere? Wieso schaffe ich es nicht, das propagierte Idealgewicht zu halten? Was habe ich falsch gemacht, dass mich […] weiter …

Sonntag, 19. Oktober 2014

Darf es ein App mehr sein? Von wegen kalte Technik

Autor: MAREN GERLACH, Diplom-Betriebswirtin, MPH, Vorstandsmitglied SPO Gönnerverein | Kategorien: Kolumnen

Aus der Medienpsychologie ist bekannt, dass das Lob der Maschinen bei Menschen ankommt. Wer gelobt wird, bewertet sogar den Computer und die Interaktion mit ihm positiver. Es entsteht eine Beziehung. In Zukunft werden Maschinen uns noch mehr bemuttern, vielleicht werden sie uns sogar direkt mit gesundem Essen versorgen. Gut möglich, dass Mahlzeiten in einigen Jahren aus […] weiter …