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Montag, 26. Oktober 2015

Das Medizinalberufegesetz stärkt den Patientenschutz

Autor: Prof. Thomas Weibel, Nationalrat und dipl. Ing. ETH / SIA | Kategorien: Aktuell, Kolumnen

 
Während meiner bald achtjährigen Tätigkeit in der nationalen Gesundheitspolitikstellte ich wiederholt fest, dass die Politik mit der Durchsetzung der Anliegen des Patientenschutzes Mühe bekundet. Immerhin war es möglich, einige Verbesserungen in den Gesetzen zu verankern. Repräsentativ dafür ist die Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG). Mit dem revidierten Medizinalberufegesetz werden nicht nur die medizinische Grundversorgung und die Stellung der Hausarztmedizin gestärkt. Aus Sicht der Patienten und Patientinnen wurden einige Verbesserungen erreicht. Dabei sind drei Punkte zentral:

Die Zielsetzung für das Register mit Angaben zu den Personen, die einen universitären Medizinalberuf ausüben, wurde erweitert. Als Zweck neu aufgenommen wurde «den Kantonen den Austausch von Informationen über Disziplinarmassnahmen zu ermöglichen». Nicht nur die Verweigerung, der Entzug oder Auflagen zur Bewilligung zur privatwirtschaftlichen Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung werden damit berücksichtigt. Auch aufgrund kantonalen Rechtsangeordnete Massnahmen sind zu melden und im Register zu einzutragen. So kann sich die Aufsichtsbehörde über Verfehlungen von Medizinalpersonen informieren. Somit ist nicht mehr denkbar, was bisher problemlos funktionierte: sich mit einem Stellenwechsel zu einem Spital in einem anderen Kanton eine weisse Weste zu verschaffen.

Ein Missstand, der behoben worden ist, betrifft die Haftpflicht. Der Zwang, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschliessen, dient insbesondere dem Schutz geschädigter Patienten. Damit wird sichergestellt, dass jede Medizinalperson im Haftungsfalle erfolgreich in die Pflicht genommen werden kann. Nur ein Obligatorium der Haftpflichtversicherung gewährleistet diesen Schutz ausreichend. Mit der Streichung der Möglichkeit «oder andere, gleichwertige Sicherheiten zu erbringen» im MedBG wird das Obligatorium ohne Wenn und Aber umgesetzt. Dies betrifft beispielsweise auch ausländische Zahnärzte, welche bis zu 90 Tage in der Schweiz praktizieren und bisher von der Ausnahmeregelung Gebrauch machten.
Geschädigte Patienten brauchen nun nicht mehr zu prozessieren, sondern können sich an die Versicherung wenden.

Für die Bevölkerung ist es klar, und eigentlich sollte es selbstverständlich sein: Ärzte müssen unsere Sprache sprechen und verstehen. Politisch besteht darüber auch Konsens. Jedoch existieren verschiedene Konzepte für die Umsetzung. Das nun verabschiedete Gesetz beinhaltet dazu verschiedene Regelungen: Einerseits erhält nur eine Bewilligung für das selbständige Ausüben eines Medizinalberufs, wer eine Amtssprache des Kantons, für welchen die Bewilligung beantragt wird, beherrscht. Zudem trägt die Medizinalberufe-Kommission die vorhandenen Sprachkenntnisse ins Register ein. So kann sich ein Arbeitgeber vor der Verpflichtung über die Sprachkenntnisse informieren. Leider waren weitergehende und stärker verpflichtende Formulierungen nicht mehrheitsfähig.



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Dienstag, 26. Februar 2019

Kolumne «Die Patientenfrage»: Habe ich Anspruch auf meine Krankengeschichte?

Autor: Barbara Züst | Kategorien: «Die Patientenfrage», Aktuell, Kolumnen, Publikationen, SPO Ratgeber

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet «Ja». Die «Geschichte» über Ihre Krankheit gehört Ihnen. Aber worauf genau hat als Patient/in Anspruch, und in welcher Form? Muss man dafür etwas zahlen? Antworten auf diese Frage gibt es in der aktuellen, ersten Folge der Kolumne «Die Patientenfrage» im Magazin «natürlich». Seit Anfang 2019 erscheint im Magazin «natürlich» die […] weiter …

Samstag, 6. Mai 2017

Personalisierte Medizin – aber welche?

Autor: Dr. med. Brida von Castelberg, Vizepräsidentin SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell, Carte blanche, Kolumnen, Publikationen

Song Li wiegt 42 Kilogramm und ernährt sich noch immer, wie in ihrer Heimat üblich, von Gemüse und Reis. Ihre vier Monate alte Tochter trägt sie bei der Arbeit auf dem Rücken und müde fühlt sie sich abends nicht. John ist 198 Zentimeter gross und hat, seit er nicht mehr Handball spielt, stattliche 20 Kilogramm […] weiter …

Montag, 17. August 2015

Carte blanche: Entscheidungsfindungen in der Arzt-Patienten-Beziehung

Autor: Dr. Peter Diego Hartmann, Facharzt Gynäkologie und Geburtshilfe FMH | Kategorien: Aktuell, Carte blanche, Kolumnen, Publikationen, SPO Ratgeber

Die Beziehung zwischen Arzt und Patient hat sich in den letzten 50 Jahren sehr verändert. Bis in die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts galt das Paternalistische Modell: Der Arzt definierte Kraft seines Wissensvorsprungs die aus seiner Sicht für den Patienten beste Behandlungsstrategie. Der Patient wurde diesbezüglich als unmündig betrachtet. Der Patient konnte allenfalls seine Zustimmung geben. […] weiter …

Freitag, 20. Februar 2015

Kolumne: Glück! Was denn sonst? – Gesund! Was denn sonst?

Autor: Annina Hess-Cabalzar, MA, Präsidentin Gönnerverein SPO | Kategorien: Kolumnen

«Was mache ich falsch», fragen sich viele Menschen in der heutigen Zeit, «dass ich nicht immer glücklich bin? Was mache ich falsch, dass mich manchmal Sorgen belasten? Was mache ich falsch, dass ich auch immer wieder mal scheitere? Wieso schaffe ich es nicht, das propagierte Idealgewicht zu halten? Was habe ich falsch gemacht, dass mich […] weiter …

Sonntag, 19. Oktober 2014

Darf es ein App mehr sein? Von wegen kalte Technik

Autor: MAREN GERLACH, Diplom-Betriebswirtin, MPH, Vorstandsmitglied SPO Gönnerverein | Kategorien: Kolumnen

Aus der Medienpsychologie ist bekannt, dass das Lob der Maschinen bei Menschen ankommt. Wer gelobt wird, bewertet sogar den Computer und die Interaktion mit ihm positiver. Es entsteht eine Beziehung. In Zukunft werden Maschinen uns noch mehr bemuttern, vielleicht werden sie uns sogar direkt mit gesundem Essen versorgen. Gut möglich, dass Mahlzeiten in einigen Jahren aus […] weiter …