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Freitag, 24. Mai 2019

Klare Worte und starke Visionen

Autor: Nadia Pernollet, Beraterin SPO Zürich | Kategorien: Aktuell, Gesundheitspolitik, In eigener Sache

Am 14. Mai 2019 fand im stimmungsvollen Ambiente der Kapelle des Zürcher Kulturzentrums Helferei die jährliche Generalversammlung des SPO-(Gönner-)Vereins statt, der u.a. eine neue Präsidentin zu wählen hatte. Gastredner Prof. Dr. Dr. Thomas Rosemann nahm während seines Vortrages «Zuviel Medizin? Von der Schwierigkeit, das richtige Mass zu finden» kein Blatt vor den Mund.

«Er passt hier rein, weil er die Dinge beim Namen nennt und das heutzutage nicht selbstverständlich ist». So begrüsste Annina Hess-Cabalzar, abtretende Präsidentin des SPO-(Gönner-)Vereins, Prof. Thomas Rosemann an der diesjährigen Generalversammlung. In der Tat sprach Rosemann Klartext und belegte seine teilweise provokanten Aussagen mit evidenzbasierten Studien. So sei etwa die Lebenserwartung in der Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen, doch sei dies weniger auf ein gut entwickeltes Gesundheitssystem zurück zu führen, als vielmehr auf einen signifikanten Rückgang der Kindersterblichkeit, insbesondere dank den Impfungen.

Mehr Medizin, weniger Nutzen

Als Beispiele für erwiesenermassen überflüssige, ja sinnlose medizinische Interventionen ging Rosemann in seinem Vortrag auf folgende Eingriffe genauer ein: Herzkatheter, Meniskusoperationen, das arthroskopische Knorpelshaving bei Arthrose, Operationen bei Schulterschmerzen (dem sogenannten Impingement-Syndrom), sowie verschiedene Eingriffe bei Rückenschmerzen. Dabei belegte er seine Aussagen stets mit aktuellen Studien und Zahlen und löste während seines gesamten Vortrages reges Kopfschütteln und Staunen bei den rund 120 Anwesenden aus. Gerade bei den Herzkathetern, so Rosemann, bestehe in der Schweiz eindeutig eine angebotsinduzierte Nachfrage, obwohl wissenschaftlich belegt sei, dass beispielsweise ein Rauchstopp die Sterblichkeit rund 10 Mal mehr reduziere als alle Herzkatheter.

Doch nicht nur medizinisch-chirurgische Interventionen bekamen ihr Fett weg; so betrachtete Rosemann auch die Abgabe von Vitamin D und Eisen als «Riesenhype», der im besten Fall für die Pharmaindustrie von Nutzen sei.

Wem soll man noch trauen?

Wie soll sich der Laie nun mit diesen doch erschütternden Erkenntnissen in einem vermeintlich auf Profit ausgelegten Gesundheitssystem noch in Sicherheit wägen, wenn es um seine eigene Gesundheit geht? Die Empfehlung von Rosemann und auch der SPO ist: Holen Sie sich eine Zweitmeinung bei einer Fachperson ein, die eher weniger Interventionen vornimmt, Ihnen Alternativen zu einem invasiven Eingriff aufzeigt und Sie ausführlich über die Risiken und Nutzen einer Operation aufklärt.

> Sie konnten am 14. Mai nicht dabei sein und interessieren sich für Prof. Rosemanns Vortrag? 
Hier können Sie Rosemanns Vortragsfolien mit erstaunlichen Fakten downloaden (PDF).

Präsidium SPO-(Gönner-)Verein: Susanne Gedamke folgt auf Annina Hess

Im Anschluss an den Vortrag präsentierte der Vorstand des SPO-(Gönner-)Vereins Zahlen des vergangenen Geschäftsjahrs und verkündete zugleich den Rücktritt von Präsidentin Annina Hess-Cabalzar, deren unermüdliches Engagement besonders verdankt wurde, sowie Maren Gerlach aus dem Vorstand des Gönnervereins. Erfreulicherweise hat der Verein mit Susanne Gedamke bereits eine Nachfolgerin für die Präsidentschaft gefunden, welche gemäss den Worten von Annina Hess-Cabalzar alles mitbringt, was man als Präsidentin braucht: «einen klaren Geist, eine klare Meinung, schnelles Denken und ein geduldiges Wesen». Die Wahl von Susanne Gedamke erfolgte ohne Gegenstimme.

Für den Fall, dass der Geduldsfaden bei den anregenden Diskussionen im Vorstand doch einmal reissen sollte, überreichte die abtretende Präsidentin ihrer Nachfolgerin mit einem Augenzwinkern eine Glocke.

Mit neuer Strategie und neuem Namen in die Zukunft

Gehör verschaffen will sich auch die SPO weiterhin – ja, möglichst noch mehr! Neben strukturellen Veränderungen informierte der Vorstand die Vereinsmitglieder auch über die neue strategische Ausrichtung der SPO, deren Erarbeitung sich in den letzten Zügen befindet, sowie den geplanten Namenswechsel der Stiftung und des (Gönner-)Vereins. Beides geschieht aus der Überzeugung heraus, dass Gesundheit uns alle etwas angeht – und zwar nicht nur, wenn wir krank sind, sondern auch als Gesunde und Prämienzahlende.

So wird die SPO auch in Zukunft Dienstleistungen für alle Menschen im Gesundheitssystem anbieten, sei es in ihrer Rolle als Gesunde, Prämienzahlende oder Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig wird sich die SPO für ebendiese Menschen auf der politischen Ebene und in Kooperation mit Partnern aus dem Gesundheitssystem einsetzen.



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