Mittwoch, 7. November 2018

Operation des Grauen Stars: Falsche Versprechungen statt gründlicher Aufklärung

Autor: Stephan Bader, SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell, Fälle aus der Praxis

Immer mehr Patientinnen und Patienten melden sich bei der SPO, weil sie mit der Operation des Grauen Stars unzufrieden sind. Tatsächlich treten bei diesem Eingriff, auch Katarakt genannt, gleich mehrere typische Gefahren und Missstände auf, mit denen es der Patientenschutz typischerweise zu tun hat:

  • Es werden falsche Hoffnungen geweckt: Ein «brillenfreies Leben» zum Beispiel kann durch die Operation des Grauen Stars nicht garantiert werden, wird Patient/innen aber trotzdem oft versprochen. 
  • Mangelnde Aufklärung: Die Unterrichtung der Patient/innen über Risiken und Konsequenzen des Eingriffs ist oft ungenügend. Das betrifft nicht nur mögliche Folgen, wenn die Operation nicht perfekt gelingt, sondern auch Folgen, die in jedem Fall oder zumindest oft eintreten. Hätten Sie gewusst, was es konkret für ihr Sehempfinden bedeutet, dass es bei Multifokallinsen zu Blendungserscheinungen kommen kann? – So steht es meistens in den Aufklärungsprotokollen. Dass Patient/innen dadurch zum Beispiel häufig nachts nicht mehr Autofahren können, ist vielen von ihnen nicht bewusst. Diese «Übersetzungsleistung» muss von ärztlicher Seite erwartet werden können!
  • Unnötige Kosten bei fraglichem Nutzen: Patientinnen und Patienten werden teure Zusatzprodukte empfohlen, deren tatsächliche Vorteile und Nutzen zweifelhaft sind. Auch teure Speziallinsen können kein brillenfreies Leben garantieren, denn die Position der Linse nach dem Eingriff kann nur geschätzt werden (Abweichungen von weniger als einem Millimeter bedeuten dabei merkliche Verschiebungen der Sehstärke!). Und auch bei Speziallinsen kann es Komplikationen und Unverträglichkeiten geben: Manchmal muss eine Speziallinse sogar gegen eine Standard-Linse ausgewechselt werden! Ein angeblich schonenderes Laserverfahren für 2000 Franken, das nicht von der Grundversicherung gedeckt ist, bringt Patient/innen laut Spezialisten in 99 von 100 Fällen keinen Mehrwert.

Haben Sie schlechte Erfahrungen oder Unsicherheiten bei der Operation des Grauen Stars? Oder überlegen Sie sich aktuell, diesen Eingriff vorzunehmen? – Die SPO berät Sie gern und kompetent – nehmen Sie mit der nächstgelegenen Beratungsstelle Kontakt auf.

Wir empfehlen Ihnen zu diesem Thema ausserdem zwei Beiträge aus den Medien:



Weitere Beiträge unter: Aktuell, Fälle aus der Praxis

Montag, 14. Januar 2019

«10vor10»: Ärzte vor Gericht

Autor: Stephan Bader, SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell, Fälle aus der Praxis, Gesundheitspolitik, Publikationen, Themenhefte

  Anfang Januar 2019 berichtete «10vor10», dass zwei Ärzte eines Zürcher Spitals, in deren Obhut ein Patient nach einer Operation verstorben war, trotz Sorgfaltspflichtverletzungen vor Gericht freigesprochen wurden. Das ist typisch und hat Gründe. Es braucht eine Erleichterung der Beweislast – und ein unabhängiges Gutachtergremium. Das Strafverfahren ist bei Patientenfällen aber meist ohnehin nicht das […] weiter …

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?

Autor: Susanne Hochuli, Präsidentin SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten? Ob ein Velo, kiloweise Pralinés oder einfach etwas Zeit mit Ihren Liebsten: Möge es in Erfüllung gehen. Das Massnahmenpäckli für das Gesundheitswesen, das ich mir als SPO-Präsidentin wünsche, passt leider nicht unter den Christbaum: zu gross, und mit der Lieferzeit ist es in diesem Bereich auch so eine Sache. […] weiter …

Montag, 10. Dezember 2018

ACP/«Patientenverfügung Plus»: NEU auch in St. Gallen!

Autor: SPO Patientenschutz / sb | Kategorien: Aktuell, In eigener Sache

  SPO Patientenschutz bietet die «Patientenverfügung Plus» ab sofort auch in der Beratungsstelle St. Gallen an. Unter der kompetenten Begleitung einer Fachberaterin halten Sie Ihre Werte und Vorstellungen so fest, dass diese im Notfall und am Lebensende in konkrete medizinische Entscheidungen umsetzbar sind. In der gemeinsamen Arbeit entsteht so eine «Patientenverfügung Plus», mit der Ihr […] weiter …

Montag, 3. Dezember 2018

Schweiz darf bei der Tabakprävention nicht Schlusslicht bleiben!

Autor: SPO Patientenschutz / sb | Kategorien: Aktuell, Gesundheitspolitik

Der Bundesrat präsentierte dem Parlament am 30. November ein Tabakproduktegesetz, das in zentralen Punkten beim Kinder- und Jugendschutz versagt. Eine Allianz aus 87 Organisationen, darunter die SPO, fordert deshalb umfangreiche Anpassungen der Vorlage im National- und Ständerat. Mehr erfahren: > Medienmitteilung der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz > Medienmitteilung der SPO gemeinsam mit der Patientenstelle Schweiz (Sektion Romandie) weiter …

Dienstag, 27. November 2018

Implantate: Lesen Sie frühzeitig diesen kostenlosen SPO-Ratgeber

Autor: Stephan Bader | Kategorien: Aktuell, Fälle aus der Praxis, Publikationen, SPO Ratgeber

  In den letzten Tagen haben verschiedene Medien unter dem Stichwort «Implant Files» darüber berichtet, wie Patientinnen und Patienten minderwertige Implantate und Prothesen eingesetzt werden und welche langwierigen, gesundheits-schädigenden und belastenden Folgen das haben kann. Informieren Sie sich gut, bevor Sie sich für ein Implantat entscheiden! Immer mehr Patient/innen, so das Ergebnis der Recherchen, werden […] weiter …