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Sonntag, 11. März 2018

Stellungnahme der SPO zur SAMW-Richtlinie „Sterben und Tod“

Autor: Daniel Tapernoux, Facharzt Innere Medizin | Kategorien: Aktuell, Gesundheitspolitik

Die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) hat ihre Richtlinie „Betreuung von Patientinnen und Patienten am Lebensende“ überarbeitet. Sie soll neu „Umgang mit Sterben und Tod“ heissen. Im Zuge des am 24.02.2018 abgeschlossenen Vernehmlassungsprozesses hat die SPO zum SAMW-Entwurf Stellung genommen.

In der neuen Richtlinie, die im Laufe des Jahres 2018 in Kraft treten soll, geht es um Massnahmen bei schweren tödlichen Krankheiten und, vor allem, am Lebensende – vom Behandlungsverzicht über (palliative) Schmerz- und Beschwerdenlinderung bis zur Suizidhilfe. Im Zuge des am 24.02.2018 abgeschlossenen Vernehmlassungsprozesses hat die SPO zum Entwurf der SAMW Stellung genommen. Insgesamt begrüssen wir die vorliegende Fassung, nicht zuletzt die Erweiterung des Geltungsbereiches (z. B. auf Gespräche mit Patientinnen bei Diagnose einer tödlichen Krankheit oder den Umgang mit Sterbewünschen) gegenüber der Vorgänger-Richtlinie.

Vorausplanung wird betont

Die überarbeitete Richtlinie schafft wichtige Voraussetzungen für den Umgang mit schwer Erkrankten und Sterbenden sowie deren Umfeld. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Kapitel „Umgang mit Sterbewünschen“ und “Entscheidungsprozesse“, welche den Miteinbezug der Patientin und der Angehörigen sowie den Umgang mit Konfliktsituationen betreffen. Erfreulich ist, dass die neue Richtlinie die Bedeutung einer guten Vorausplanung bei Behandlung und Betreuung betont und auf „Advance Care Planning“ (ACP) verweist.

Unzureichende Differenzierung Suizidhilfe / Beschwerdelinderung 

Kritisch sehen wir, dass die Suizidhilfe (Abgabe oder Verschreibung eines zum Tode führenden Medikamentes durch einen Arzt) gegenüber der Begleitung und Beschwerdelinderung bei freiwilligem Verzicht des Patienten auf Nahrung und Flüssigkeit nicht genügend abgegrenzt wird. Eine Korrektur scheint uns hier dringend notwendig. Auch das Kapitel „Sedierung“ (Dämpfung des Bewusstseinszustandes durch ein Beruhigungsmittel in der Absicht, Leiden zu lindern) bedarf einer Überarbeitung. Dadurch soll ein differenzierter Einsatz dieser Massnahme gewährleistet und der hohen ethischen Verantwortung des Behandlungsteams Rechnung getragen werden.

Patient/innen und Pflegende untervertreten

Bei der für die Richtlinie verantwortlichen Subkommission sowie den beigezogenen Expertinnen fällt zudem auf, dass jeweils nur eine Person aus der Berufsgruppe der Pflegenden vertreten war. Für die Zukunft ist es dringend notwendig, dass diese Berufsgruppe stärker einbezogen wird. Gerade die Rolle der Pflegenden ist für die Patient/innen am Ende ihres Lebens zentral. Auch ein Miteinbezug von Patient/innenvertretungen ist wünschenswert.

> zur vollständigen Stellungnahme der SPO

> zum Vernehmlassungsentwurf der neuen Richtlinie auf der Website der SAMW 



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