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Mittwoch, 17. April 2019

Strafgebühr im Spitalnotfall fällt bei Ständeratskommission durch – gut so

Autor: Stephan Bader | Kategorien: Aktuell, Gesundheitspolitik

Patientinnen und Patienten sollen keine Gebühr entrichten müssen, wenn sie den Spitalnotfall aufsuchen. Die ständeratliche Gesundheitskommission hat eine parlamentarische Initiative aus dem Nationalrat abgelehnt, die so die Überlastung der Notfallstationen durch Bagatellfälle bekämpfen wollte. Die SPO begrüsst den Entscheid.

Zweifellos: Die zunehmende Überlastung der Notfallstationen, weil Patienten auch mit minder schweren Verletzungen und Beschwerden immer öfter ins Spital statt zum Hausarzt gehen, ist ein Problem. Eine Behandlung dort kostet deutlich mehr als in der Arztpraxis.

Doch der Vorschlag von Nationalrat Thomas Weibel, für unnötige Notfallkonsultationen eine Gebühr zu erheben, würde das Problem nicht lösen: Was genau ist im Nachhinein betrachtet ein Notfall gewesen, was nicht? Was, wenn Patienten die vorgeschlagene Gebühr von 50 Franken nicht dabei haben? Wie läuft es mit der Erstattung der «Strafgebühr» bei echten Notfällen? – Der bürokratische Wahnsinn ist vorprogrammiert. Zudem besteht die Gefahr, dass die Gebühr kontraproduktive Auswirkungen hat: Warten Patienten nämlich zu lange ab, bevor sie ärztliche Hilfe holen – im Notfall eben bei einer Notfallstation –, kann sich ihr Zustand verschlechtern und ihre Behandlung erst noch wesentlich teurer werden. 

Eine besser geeignete Massnahme zur Entlastung der Notfallstationen an Spitälern wäre es, dort eine vorgelagerte Hausarztpraxis einzurichten. Sie könnte eine Triage zwischen Bagatellen und «echten» Notfällen vornehmen und so verhindern, dass die teuren Notfall-Strukturen mit unnötigen Behandlungsaufgaben eingedeckt werden.

Sehen Sie zum Thema auch diesen »10vor10»-Beitrag mit SPO-Präsidentin Susanne Hochuli.

Ebenfalls auf Ablehnung stiess bei der Kommission der Vorschlag von Nationalrat Thomas Burgherr, generell eine sogenannte «Praxisgebühr» bei Arztbesuchen einzuführen. Auch das ist zu begrüssen – mehr dazu hier: 

https://www.spo.ch/aktuell/selbstkostenanteil-in-bar-gegen-unnoetige-arztbesuche-leider-ein-holzweg/



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