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Freitag, 20. Juli 2018

Unterstützen Sie die Petition «Für bezahlbare Medikamente»!

Autor: Dr. Daniel Tapernoux, Facharzt Innere Medizin, ärztlicher Berater SPO Patientenschutz, Mitglied Eidg. Arzneimittelkommission | Kategorien: Aktuell, Gesundheitspolitik

 

Die Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz unterstützt die Petition «Für bezahlbare Medikamente» der Schweizer Nichtregierungs-Organisation «Public Eye» (früher «Erklärung von Bern»).

Worum geht es?

Bestimmte Medikamente werden von den Krankenkassen nicht bezahlt – selbst wenn sie in der betreffenden Situation nachgewiesenermassen die wirksamste Massahme wären. Das passiert nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in der Schweiz Grund sind die astronomischen Preise, welche die Hersteller dafür verlangen. Patientinnen werden also aus Kostengründen nicht bzw. nicht adäquat behandelt. Das darf nicht sein.

Der rechtliche Handlungsspielraum des Bundesamtes für Gesundheit erlaubt heute leider keine wirksamen Massnahmen gegen die nach oben offene Preisspirale bei den Arzneimitteln. Aber auch die Mechanismen des freien Marktes versagen. Zum Beispiel, weil aufgrund bestehender Patente keine Konkurrenz möglich ist oder kleine Patientenzahlen den Druck auf die Preise gering halten.

Was will die Petition?

Die Petition von «Public Eye» verlangt nun, dass der Bundesrat überteuerte Preise bekämpft und – nötigenfalls – zum Instrument der Zwangslizenzen greift. Zwangslizenzen erlauben im öffentlichen Interesse eine parallele Herstellung von patentierten Medikamenten (ähnlich Generika) zu wesentlich tieferen Preisen im öffentlichen Interesse; der Patentinhaber erhält eine Entschädigung. Die angestrebten Massnahmen nützen nicht nur den betroffenen Patientinnen, sondern entlasten auch die Versicherten.

Zwangslizenzen? – Diese Massnahme mag radikal klingen, ist aber in den internationalen Patentrechtsabkommen der Welthandelsorganisation (WTO) sowie im Schweizerischen Patentgesetz vorgesehen, um privates und öffentliches Interesse ins Gleichgewicht zu bringen. Die Petition von «Public Eye» zeigt somit einen einen Ausweg aus einer verfahrenen Situation auf, für den sogar schon Rechtsgrundlagen bestehen. 

Die Bremsung des Kostenwachstums im Gesundheitswesen ist ein wichtiges Ziel der SPO. Der Hebel muss aber bei den überteuerten Medikamenten angesetzt werden, und nicht indem Patientinnen eine wirksame Massnahme aus Kostengründen vorenthalten wird. Deshalb unterstützt die SPO die Petition.

Wir sind alle von steigenden Krankenkassenprämien betroffen. Und wir alle könnten einmal besondere Medikamente benötigen. Unterschreiben auch Sie!

> zur Petition (mit umfangreichen Hintergrundinformationen zum Thema) 



Weitere Beiträge unter: Aktuell, Gesundheitspolitik

Dienstag, 7. August 2018

ACP: Der neue Weg zur Patientenverfügung

Autor: Rita-Lena Klein, zertifizierte ACP-Beraterin, SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell, In eigener Sache, SPO Aktuell

Patientenverfügungen werden nicht so konsequent befolgt, wie es wünschenswert wäre. Mit «Advance Care Planning» (ACP) bietet die SPO eine erweiterte, begleitete Patientenverfügung an, die dem Patientenwillen besser gerecht wird. Das Versprechen der Patientenverfügung (PV) ist klar: Mein Wille zählt – auch wenn ich ihn nicht mehr selbst äussern kann. Doch obwohl Patientenverfügungen seit 2013 rechtlich bindend […] weiter …

Samstag, 4. August 2018

Info-Anlass 27.08.2018: Der Weg zur Patientenverfügung plus

Autor: SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell, Fälle aus der Praxis, In eigener Sache

Öffentliche Informationsveranstaltung für Interessenten und Mitglieder: Der Weg zur Patientenverfügung Plus Patientenverfügungen können in der Praxis nicht so konsequent umgesetzt werden, wie es wünschenswert wäre. Mit «Advance Care Planning» (ACP) – sozusagen einer «Patientenverfügung plus» – kann ich meinen Willen als Patient/Patientin aussagekräftiger festhalten.  Diese weiterentwickelte Patientenverfügung bietet an Verbesserungen insbesondere: fachliche Beratung mit ausführlicher […] weiter …

Mittwoch, 18. Juli 2018

Tagung «Wie fördern wir eine smarte Medizin in der der Schweiz?» am 1. Oktober 2018

Autor: SPO Patientenschutz / sb | Kategorien: Aktuell

Der Verein smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland lädt alle Interessierten zur öffentlichen Tagung «Wie fördern wir eine smarte Medizin in der der Schweiz?» am 1. Oktober 2018 im Auditorium Careum in Zürich ein. Das Programm mit Referent/-innen aus unterschiedlichen Bereichen verspricht eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema der Fehl- und Überversorgung. > mehr zum Programm und […] weiter …

Donnerstag, 5. Juli 2018

Spitalpatienten und ihre eigenen Medikamente: Verbindliche Regelung fehlt

Autor: Christina Strässle, Beraterin SPO St. Gallen | Kategorien: Aktuell, Fälle aus der Praxis, Gesundheitspolitik

Anlässlich der jährlichen Aktionswochen der Stiftung Patientensicherheit Schweiz hat die SPO letztes Jahr mit Standaktionen Patienten darüber informiert, was sie selber dazu beitragen können, um die Sicherheit während eines Spitalaufenthaltes zu erhöhen. Eine hilfreiche Broschüre finden Sie auf der Website der Stiftung Patientensicherheit Schweiz :  Der nachfolgende, gekürzte Leserbrief zeigt eine spezielle Problematik auf für Patienten […] weiter …

Donnerstag, 28. Juni 2018

Sind im Gesundheitswesen Anreiz- auch Ausreizsysteme?

Autor: Karl Ehrenbaum, Ehrenbaum Health Consulting GmbH, Stiftungsrat SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell, Carte blanche, Publikationen

Jeden Tag werden in den Medien neue Ideen entwickelt, wie im Gesundheitswesen vermeintlich Kosten gespart werden könnten. Das ist grundsätzlich zu begrüssen, da die Kosten nicht nur Bund, Kantone und Gemeinden, sondern auch die Prämienzahler und Patienten immer stärker belasten. Diese Innovationsvorschläge müssen durchdacht, umgesetzt oder kritisch bewertet werden. Einige Beispiele gefällig? Damit keine Lagerkosten, […] weiter …