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Freitag, 12. Juli 2019

Wie weit darf Spitalwerbung gehen?

Autor: SPO Patientenschutz | Kategorien: Aktuell

 

Im Frühjahr waren in Zürcher Trams auf einmal Werbeplakate des Universitätsspitals Zürich (USZ) zu sehen. Darauf eine 28-jährige Frau, welcher der Ausspruch «Brustkrebs? Ich? Soll das ein Scherz sein?» in den Mund gelegt wurde. Unter dem Bild die Worte «Mammographie ohne schmerzhaften Druck: Das weltweit erste Spiral-CT für die weibliche Brust macht es möglich.»

Würden Sie als junge Frau nun nicht auch überlegen, sich mit solch hochmodernen Mitteln auf Brustkrebs testen zu lassen? Das Problem ist nur: Bei Frauen unter 50 Jahren sind solche Screenings medizinisch nicht indiziert. Und sie werden von der Krankenkasse nicht bezahlt. Darf ein öffentliches Spital so für sich werben? In der SRF-Gesundheitssendung «PULS» kam ein Experte zum Schluss, das Plakat sei rechtlich «mindestens an der Grenze zur Irreführung».

Was sagt das USZ selbst dazu? Die SPO stellte dem Spital gemeinsam mit der Akademie Menschenmedizin schriftlich einige kritische Fragen. 

Das USZ antwortete uns in einem Brief ausführlich. Dafür bedanken wir uns. Jedoch sind aus unserer Sicht noch nicht alle Fragen beantwortet: So bestreitet das Spital, dass das Plakat letztlich den Eindruck erwecke,  Brustkrebs-Screenings seien auch für jüngere Frauen eine sinnvolle Massnahme. Aber wozu dann überhaupt diese Werbung? Dass eine Patientin, die aufgrund dieser Werbung das USZ aufsucht und nach einer Mammographie fragt, einfach wieder nach Hause geschickt wird, können wir uns schwer vorstellen. Zudem stehen solche Screenings generell in der Kritik bzw. führen zu kontroversen Diskussionen unter Fachpersonen: Auch deshalb haben einige Kantone bisher auf die Einführung eines Brustkrebsscreeningprogramms verzichtet.

Es besteht also weiterhin Diskussionsbedarf. Deshalb wird der Austausch mit dem USZ zu gegebener Zeit fortgesetzt. Dass Werbung für medizinische Leistungen Patienten nicht in die Irre führt, ist für das Vertrauen in die Medizin enorm wichtig. 

Korrekturhinweis: In die erste Version dieses Artikels hatte sich ein Fehler eingeschlichen. Fälschlicherweise schrieben wir, der Kanton Bern habe sein Screeningprogramm wieder eingestellt. Das ist nicht korrekt. Zwar kam es zu einem Unterbruch ab Ende 2017, bereits Mitte 2018 wurde das Programm mit einem neuen Kooperationspartner fortgesetzt. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst und bitten für den Fehler um Entschuldigung.



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