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Kolumne: Das Leben der Organspender soll zuerst gerettet werden

Autor: Matteo Cheda, Journalist, Vorstandsmitglied SPO Gönnerverein

Jedes Jahr sterben in der Schweiz immer mehr Menschen, weil zu wenige Organe gespendet werden und wir nicht bereit sind, Spender gegenüber Nichtspendern zu bevorzugen.

2013 starben 73 Menschen, die vergeblich auf ein Organ warteten. Allein 16 Todesfälle mehr registrierte man bei den Patienten auf der Herzwarteliste, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei den Leberpatienten gab es 33 Todesfälle – eine Zunahme von 50 Prozent.

Diese Zahlen wurden Ende Januar von Swisstransplant veröffentlicht. Die Organisation regelt im Auftrag des Bundes die Zuteilung der Spenderorgane.

Nehmen wir einmal an, jedes Jahr würden in der Schweiz bei einem Flugzeugsabsturz 73 Menschen sterben, weil das Gesetz eine bessere Flugsicherheit verhindert. Ich bin überzeugt, wir würden dieses Gesetz sofort ändern.

Bei der Zuteilung der Organe werden heute die Spender auf der Warteliste gegenüber Nichtspendern leider nicht bevorzugt. Das Gesetz verbietet es. Ich schlage vor, dies zu ändern. Jeder sollte selbstverständlich das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob er eines seiner Organe spenden möchte oder nicht. Wenn es aber darum geht, ein Organ zu erhalten, sollte meiner Meinung nach das Leben der Spender zuerst gerettet werden. So hätten wir viel mehr freiwillige Organspender!

Die Erfassung von Spendern sollte erheblich vereinfacht werden. Wann immer wir ein amtliches Formular ausfüllen müssen (z. B. für die Krankenkasse, ein Antragsformular für einen Pass oder eine Identitätskarte…), sollten wir mit dem Anbringen eines Kreuzes entscheiden können, ob und welche Organe wir zu spenden bereit sind. Bei einer Spendenbereitschaft würden wir bei Bedarf gegenüber Nichtspendern bevorzugt.

Jeder könnte weiterhin frei wählen. Gleichzeitig hätten wir jedoch viel mehr Organe zur Verfügung und könnten viel mehr Leben retten. Vielleicht auch Ihres.

Gegen diesen Vorschlag sind ethische Einwände zu erwarten. Hier sprechen wir allerdings über den Unterschied zwischen Leben und Tod.

Ist es ethisch vertretbar, dass wir eine konkrete Möglichkeit haben, 73 Menschenleben pro Jahr zu retten, diese aber aus ethischen Gründen nicht wahrnehmen? Meines Erachtens sollte die SPO diese heikle Diskussion jetzt in die Öffentlichkeit tragen.

P. S. Liebe Margrit Kessler, was hältst du als SPO-Präsidentin und Nationalrätin von diesem Vorschlag? Sollten wir aus ethischen Gründen lieber leben oder aus ethischen Gründen lieber sterben, weil es zu wenig Organspender gibt? Wie wäre es mit einem Vorstoss im Parlament, um bei der Zuteilung von Organen die Spender gegenüber den Nichtspendern zu bevorzugen? Bereits Goethe sagte vor 200 Jahren: «Mann mit zugeknöpften Taschen, dir tut keiner was zulieb. Hand wird nur von Hand gewaschen: wenn du nehmen willst, so gib!»



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