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Der lange Weg zum gleichberechtigten Partner im Gesundheitswesen

Die Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz ist heute als starke Stimme der Patientinnen und Patienten etabliert und bei den anderen Playern im Gesundheitswesen als Partnerin weitgehend akzeptiert und respektiert. Diese Position musste sich die SPO über drei Jahrzehnte hart erkämpfen.

1981
Charlotte Häni gründet mit Gleichgesinnten den Verein Schweizerische Patienten-Organisation. Auslöser war ein Spitalaufenthalt ihres Mannes in einer Zürcher Privatklinik: Charlotte Häni und ihr Mann litten unter der Arroganz der Ärzte, mangelhafter Pflege und Nichtbeachtung der Informationspflicht. Bereits im ersten Jahr eröffnet der Verein eine Beratungsstelle und gibt die erste «Schweizerische Patientenzeitung» heraus.

1986
Die SPO reicht nach einem unzulässigen medizinischen Eingriff eine Genugtuungs-Forderung an den Staat ein und setzt sich erfolgreich für die Rechte eines bei der Geburt durch Fahrlässigkeit schwerstgeschädigten Kindes ein.

1987
Die SPO nimmt juristische Beratungen von Patient/innen in ihr Beratungsprogramm auf.
Erste politische Grosserfolge durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit: Verbot allergieauslösender Lebensmittel-Zusatzstoffe, Verankerung des Mitspracherechts für Patient/innen im Krankenversicherungsgesetz

1990
Umwandlung des Vereins in die „Stiftung Schweizerische Patienten-Organisation SPO“ mit gemeinnützigem Charakter. Eine Spende von 20’000 Franken einer erfolgreich vertretenen Patientin macht es möglich.

1993
Über 1’000 Silikon-geschädigte Schweizer Frauen wenden sich an die SPO, um sich bei der neu möglichen Klage in den USA unterstützen zu lassen. In der Folge ruft die SPO die Selbsthilfe-Organisation SSF ins Leben.

1997
Eröffnung der 4. SPO-Beratungsstelle – der ersten in der Romandie
Erweiterung des Namesns in «Stiftung Schweizerische Patienten- und Versicherten-Organisation SPO» angesichts der schwierigen Umsetzung des KVG

1998
SPO-Petition für Verbilligung der Krankenkassen-Prämien (zusammen mit dem Konkordat der Krankenversicherer)

1999
Margrit Kessler wird Präsidentin des SPO-Stiftungsrates.
Strafverfahren gegen Margrit Kessler wegen angeblicher falscher Anschuldigung u.a. in einem weitherum beachteten Fall, der die Patientenschutzbewegung 10 Jahre lang beschäftigen sollte.
Erweiterung des SPO-Dienstleistungsprogramms um eine Patientenrechtsschutz-Versicherung für Mitglieder

2004
Gründung des Charlotte-Häni-Fonds zur Finanzierung der Abklärungen über mögliche Haftpflicht-Ansprüche von Patient/innen, die das Kostenrisiko nicht selber tragen können

2007
Margrit Kessler wird von den gegen sie erhobenen strafrechtlichen Vorwürfen bis auf einen Nebenpunkt vollumfänglich freigesprochen.
In Abgrenzung zu den zahlreichen Selbsthilfegruppen für Menschen mit unterschiedlichsten Krankheiten ändert die SPO ihren Namen in «Stiftung SPO Patientenschutz».

2009
Die SPO ruft die «Patientenschulung» ins Leben.

2010
Eröffnung einer Beratungsstelle im Tessin
Das Buch «Halbgötter in Schwarz und Weiss» von Margrit Kessler erscheint – und wirft hohe Wellen.

2011
SPO-Präsidentin Margrit Kessler wird in den Nationalrat gewählt. Mit Yvonne Gilli (SPO-Beirätin bis 2014) verfügen die Patientenrechte über eine weitere direkte Stimme auf dem bundespolitischen Parkett.

2013
Auf Insistieren der SPO wird in die Verordnung zum neuen Humanforschungsgesetz aufgenommen, dass an Versuchen beteiligten Personen auch über die Massnahmen aufgeklärt werden müssen, die zur Deckung allfälliger Schäden im Zusammenhang mit dem klinischen Versuch vorgesehen sind, einschliesslich der Vorgehensweise im Schadensfall.

2014
Auf Forderungen der SPO in der Debatte zum Humanforschungsgesetz zurückgreifend, gibt die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften Richtlinien zur Abgrenzung von Standardtherapie und experimenteller Therapie heraus.

2015
Die SPO veröffentlicht mit dem „Patientenkompass“, aufgebaut auf einem 5-Punkte-Plan zum selbstbestimmten Patienten, erstmals einen umfassenden, systematischen Patientenratgeber.
In Erfüllung eines Postulats von SPO-Präsidentin Margrit Kessler gibt der Bundesrat den Bericht „Patientenrechte und Patientenpartizipation in der Schweiz“ heraus. Der Bericht untersucht erstmalig, wo wir in der Schweiz bezüglich Patientenrechten stehen –  in der Gesetzgebung, aber auch bezüglich deren Umsetzung – und zeigt treffend auf, wo noch Handlungsbedarf besteht.

heute
Die SPO ist gesamtschweizerisch im Dienste der Patientinnen und Patienten aktiv. Sie ist von Leistungserbringern, Versicherungen und Politik anerkannt als konsequenter, lösungsorientierter Interessenvertreter im Gesundheitswesen.